Während im Vorjahr Referent Michael Kralemann, der Energieexperte des BUND-Landesverbandes, über regenerative Energien schlechthin und Agrargas im Besonderen referiert hatte, ging es bei der diesjährigen Veranstaltung, wieder im Mehrgenerationenhaus in Eschershausen, um „Energie in Bürgerhand“. Schon das Thema führte dazu, dass es den Zuhörern mehr „unter die Haut ging“, weil der Einzelne hier eher die Möglichkeit hat, persönlich mit zu gestalten, wenn es darum geht, die Nutzung umweltfreundlicher Energien zu fördern. So kann man dann auch verstehen, dass sich bei einem Gesamtvolumen von 85.000 Megawatt an erneuerbarer Energie in Deutschland immerhin 40 % in Händen privater Bürger befinden. Über etwa 11 % verfügen Landwirte, je 14 % Projektierer und Energieversorger und je etwa 10 % liegen in den Händen von Fonds und Gewerbetreibenden. Dieser Block erneuerbarer Energie, der immerhin 22 Prozent der gesamtdeutschen Stromversorgung ausmacht, setzt sich aus folgenden wesentlichen Anteilen zusammen: 33 % Wind, 20 % Photovoltaik, 15 % Wasserkraft, 15 % Biogas, 10 % Biomasse.
Auch Daten aus dem Landkreis Holzminden hatte Michael Kralemann zur Hand. So würden im Land-kreis bei einem Verbrauch von  600.000 MWh/a nur  100.000 MWh/a  an regenerativer Energie er-zeugt. Dabei spiele im waldreichen Landkreis Holzminden bei der Wärmeerzeugung verständlicher-weise das Heizen mit Holz die mit Abstand größte Rolle.
Parallel zum weiteren Ausbau der regenerativen Energie müsse, so Michael Kralemann, weiter sehr ambitioniert an der Einsparung von Energie gearbeitet werden. So sei zum Beispiel bei der Wärme-dämmung von Gebäuden noch viel zu tun.
Auch bei Preisvergleichen könnten die erneuerbaren Energien mit halten, vor allem, wenn es um die „ehrlichen Kosten“ geht. Denn wenn man die Folgekosten von Atomenergie und Kohleverstromung berücksichtigt, ist erneuerbare Energie schon heute nicht mehr zu schlagen.
Auch werde der Unmut der Bürger gegenüber den Belastungen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz schlechthin durch die Stromkonzerne in unredlicher Absicht geschürt. Was die Belastungen der Bürger so groß gemacht hat, sind die vielen ungerechtfertigten Ausnahmen bei der Verteilung der La-sten. Dieser Wildwuchs müsse radikal beschnitten werden.
Danach schlug Michael Kralemann den Bogen zu möglichen Handlungsfeldern für Betreiber und Betreibergemeinschaften, die für Solarstrom, Windstrom und Wärme aus Bioenergie je nach Betrei-bergröße Vor- und Nachteile haben. So gibt es zum Beispiel für Einzelbetreiber und kleinere Betrei-bergemeinschaften bei Solarstrom eine große Zahl möglicher Standorte. Allerdings ist hier auch die Aufgabe der Stromvermarktung zu leisten. Weiterhin muss sich die Gesellschaftsform der Art des Be-triebes anpassen.
Als gutes Beispiel dezentraler Erzeugung erneuerbarer Energie  stellte er die Photovoltaikanlage von   9 KW auf dem Dach der Tellkampfschule in Hannover vor. Bau und Betrieb lägen in den Händen des Fördervereins der Schule. Verkauft werde der Strom an die Stadt Hannover.
Nach diesem Vortrag setzten sich in der dann folgenden Hauptversammlung die anwesenden Mitglie-der der BUND-Kreisgruppe Holzminden das Ziel, bis zur nächsten Zusammenkunft nach ähnlichen Möglichkeiten im Kreisgebiet Ausschau zu halten.



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